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📈 Neu 31. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Die Schwerkraft des Geldes ist zurück

Ein Index verliert an einem Tag elf Prozent — und Anleger verlieren achtzig. Beide Geschichten dieser Woche erklären sich mit derselben Kraft: Geld hat wieder einen Preis. Joshua Pauls & Tobias Gabriel Wenn ein Rekordgewinn nicht mehr genügt Alphabet hat im zweiten Quartal fast 120 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet, die Cloud-Sparte wuchs um 82 Prozent, und unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 112 Milliarden Dollar. Das ist der höchste Quartalsgewinn, den ein Unternehmen jemals ausgewiesen hat. Die Aktie fiel daraufhin um sieben Prozent. Wer diesen Widerspruch verstehen will, muss nur eine Zeile weiter unten in der Bilanz schauen. Der freie Cashflow — das Geld, das nach allen Ausgaben tatsächlich übrig bleibt — war erstmals in der Firmengeschichte negativ: minus sechs Milliarden Dollar. Der Grund sind die Investitionen in künstliche Intelligenz. 205 Milliarden Dollar sind für dieses Jahr vorgesehen, das entspricht 42 Prozent des Umsatzes. Eine solche Quote kennt man sonst von Stromversorgern und Infrastrukturkonzernen, nicht von Softwarehäusern. 112 Mrd. Dollar Quartalsgewinn — Rekord. Die Aktie fiel dennoch um 7 Prozent. −80 % verlor ein zweifach gehebelter ETF, während die Aktie selbst rund ein Drittel abgab. ~5,2 % Rendite auf 30-jährige US-Staatsanleihen — so hoch wie zuletzt im Sommer 2007. Das Bild, das dieser Zahlenlage am nächsten kommt, ist ein Staudamm: Man verbaut über Jahre gigantische Summen und profitiert erst danach, dafür lange. Ob die Rechnung aufgeht, weiß man vorher nicht. Genau diese Unsicherheit bepreist der Markt gerade neu — und er tut es differenziert. Am selben Abend legten zwei weitere Konzerne Zahlen vor: Microsoft meldete über 100 Milliarden Dollar Cloud-Jahresumsatz und ein starkes Quartal, die Aktie stieg vorbörslich um acht Prozent. Meta wuchs beim Umsatz um 28 Prozent, bestätigte aber lediglich die hohen Investitionspläne, ohne neuen Ertragsbeweis — die Aktie verlor sieben Prozent. bestraft Meta & Alphabet Meta wächst um 28 Prozent, bestätigt aber nur die Ausgaben — minus 7 Prozent. Alphabet meldet Rekordgewinn bei erstmals negativem freien Cashflow — ebenfalls minus 7 Prozent. belohnt Microsoft & Apple Über 100 Milliarden Dollar Cloud-Jahresumsatz, Aktie vorbörslich +8 Prozent. Apple liegt seit Jahresbeginn 23 Prozent im Plus — gerade weil der Konzern beim Investitionswettlauf zurückhaltend blieb und Cashflow liefert. Damit ist der Regimewechsel dieser Woche beschrieben, vielleicht sogar der des Jahres: Die Börse fragt nicht mehr, wie schnell ein Unternehmen wächst. Sie fragt, wo das Geld ist. Das ist kein Misstrauen gegenüber künstlicher Intelligenz — es ist die Rückkehr einer alten kaufmännischen Frage. Der Rekordgewinn, der gar keiner ist Ein zweiter Blick auf dieselben 112 Milliarden lohnt sich. 98 Milliarden davon sind keine erwirtschafteten Erträge, sondern Buchgewinne: Aufwertungen auf Beteiligungen, allen voran der Börsengang von SpaceX, dazu Tochtergesellschaften wie Waymo. Es ist kein Geld geflossen, es ist Papier. Erste Auswertungen zeigen, dass allein dieser Effekt den Gewinn je Aktie im S&P 500 um rund neun Dollar aufbläht. Fair ist dabei zu sagen: Aus Buchgewinnen können reale Gewinne werden. Alphabet hält knapp sechs Prozent an SpaceX, kann diese Anteile wegen Haltefristen aber noch nicht verkaufen. Was passiert, wenn es könnte, ist eine offene Chance — und ein offenes Risiko. Denn die Mechanik wirkt in beide Richtungen: Fallen die Beteiligungen, schlägt derselbe Effekt als Verlust in die Gewinn- und Verlustrechnung durch. Korea: wie aus elf Prozent achtzig werden Die zweite große Geschichte der Woche kam aus Asien. Am Dienstag brach Koreas Leitindex Kospi um 10,8 Prozent ein, der Handel wurde mehrfach ausgesetzt. Samsung verlor 13 Prozent, SK Hynix 15 Prozent. Auslöser war eine Meldung aus China: Dort werden nun eigene DUV-Belichtungsmaschinen in Serie produziert — jene Anlagen, mit denen die Strukturen auf Speicherchips belichtet werden und die bislang praktisch nur der niederländische Konzern ASML liefern konnte. Kurz zuvor war der chinesische Speicherhersteller CXMT mit einem Kurssprung von fast 500 Prozent an die Börse gegangen und war damit an einem einzigen Tag mehr wert als Chinas größte Bank. Man kann das als Wettbewerbsgeschichte lesen: Wo Margen attraktiv sind — Nvidia arbeitet mit rund 80 Prozent Rohmarge —, kommt Konkurrenz. Aus Kunden werden Wettbewerber. Die wichtigere Lesart betrifft aber nicht das Warum, sondern das Wie. Denn der Index verlor elf Prozent. Viele koreanische Privatanleger verloren achtzig. Der Grund heißt Hebel. Wer ein Haus für 500.000 Euro mit 100.000 Euro Eigenkapital und 400.000 Euro Kredit kauft, verdient bei zehn Prozent Wertsteigerung 50 Prozent auf sein Eigenkapital. Fällt der Wert um 20 Prozent, ist das Eigenkapital weg. Der Hebel multipliziert in beide Richtungen — nur fühlt sich vorher meist nur die eine Hälfte real an. An der Börse braucht es dafür heute keinen Kredit mehr. Es genügt ein Wertpapier, in dem der Hebel eingebaut ist. Ein zweifach gehebelter ETF auf SK Hynix steigt um sechs Prozent, wenn die Aktie drei Prozent zulegt. Ein Klick im Depot, kein Kreditgespräch, keine Bonitätsprüfung. Was dabei überlesen wird, ist das entscheidende Wort im Verkaufsprospekt: täglich. Ein Rechenbeispiel zeigt, warum das so wichtig ist. Ein Index steht bei 100, steigt an Tag eins um zehn Prozent auf 110 und fällt an Tag zwei um zehn Prozent — er landet bei 99, ein Minus von einem Prozent. Der zweifach gehebelte ETF steigt zunächst um 20 Prozent auf 120 und verliert dann 20 Prozent von 120 — er landet bei 96. Aus einem Prozent Verlust im Index sind vier Prozent im Produkt geworden. Fachlich heißt das Pfadabhängigkeit: Das Produkt wird jeden Abend zurückgesetzt und hebelt am nächsten Morgen den neuen Stand. In einem ruhigen Aufwärtstrend ist das angenehm. In einem schwankenden Abschwung frisst der Reset das Kapital schneller, als der reine Kursverlust es je könnte. Damit relativiert sich auch die Dauerfrage, ob wir uns in einer Blase wie im Jahr 2000 oder in den 1970er-Jahren befinden. Es fühlt sich nicht danach an. In einer echten Blase verengt sich der Markt auf immer weniger Titel; hier passiert gerade das Gegenteil. Zugleich gilt: Die enormen Investitionen der Hyperscaler fließen breit in die Realwirtschaft – in Grundstücke, Bau, Chips, sogar in Rohre und Straßen rund um neue Rechenzentren. Das schafft Chancen, aber auch eine gewisse Abhängigkeit der Marktbreite vom Thema KI, die man kennen sollte. „Die

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Beim Phishing versuchen Cyberkriminelle, mit täuschend echten E-Mails, SMS oder Telefonanrufen vertrauliche Daten wie Passwörter zu stehlen. Auch ganze Homepages können kopiert und mit falschen Daten ins Internet gestellt werden. Dies ist leider heutzutage überall anzutreffen und die Betrüger werden immer professioneller. Deshalb sollte jeder Anleger bei Geldzahlungen besonders vorsichtig sein.

Oft werden Opfer aufgefordert, Links anzuklicken, die die Installation von Schadsoftware auslösen oder auf gefälschte Webseiten führen und eine Anmeldung mit persönlichen Daten erfordern. Wenn Sie z.B. versehentlich die Zugangsdaten für Ihr Online Banking auf einer gefälschten Online Banking-Webseite eingegeben haben, sollten Sie sofort Ihre Bank informieren und den Zugang zum Online Banking sperren (lassen).

Häufig sehen Phishing-Mails oder -Webseiten auf den ersten Blick seriös aus – erst beim genauen Hinsehen entdeckt man Unregelmäßigkeiten in der Absenderadresse. Das kann z. B. ein Schreibfehler im Unternehmensnamen oder eine falsche Endung (z. B. „.com“ statt „.de“) sein.

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