Der stärkste Arbeitsmarktbericht seit über einem Jahr lässt die Kurse fallen, Öl kostet 99 Dollar — und die eigentliche Frage lautet, ob aus dem KI-Boom Produktivität wird. Warum sich jede große Technik verspätet, was das von der Geduld des Anlegers verlangt und weshalb das Anleihedepot jetzt einen zweiten Blick verdient.
Von Michael Arpe und Tobias Gabriel
Am Freitag kam der stärkste Arbeitsmarktbericht seit über einem Jahr — und die Aktien sind gefallen. Das ist kein Zufall, sondern ein Reflex: Viele Anleger haben gelernt, gute Nachrichten für schlechte zu halten, weil eine starke Wirtschaft die Zinssenkung verschiebt. Dahinter steht eine Frage, die uns seit zwei Jahren begleitet und die der Markt jetzt zu prüfen beginnt: Zahlt sich die Künstliche Intelligenz aus — in echter Produktivität? Unsere Antwort lautet: ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit. Aber mit Verzögerung, wie bei jeder großen Technik vor ihr. Und genau diese Verzögerung ist der Teil, an dem Anleger scheitern.
162.000 / 59 %
+14 % / +34 %
223 Mrd. $
Gute Nachrichten sind gute Nachrichten
Die Zahl zuerst: 162.000 neue Stellen sind in den USA im August entstanden, mehr als jede Schätzung erwartet hatte; der schwache Juli wurde sogar nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent, das Lohnwachstum ist auf 3,1 Prozent gesunken — der niedrigste Wert seit 2021. Starke Beschäftigung, zahme Löhne. Trotzdem gingen die Kurse runter und die Zinsen rauf: Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Notenbank Mitte nächster Woche den Leitzins erhöht, liegt inzwischen bei 59 Prozent. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentiert mit rund 4,8 Prozent, so hoch wie seit drei Jahren nicht — wer den Vereinigten Staaten heute für zehn Jahre Geld leiht, bekommt dafür fast fünf Prozent im Jahr. Am Donnerstag erhöht die Europäische Zentralbank aller Voraussicht nach auf 2,5 Prozent, als einzige große Notenbank, die bereits wieder strafft. Und am Freitag kommt der US-Verbraucherpreis-Index, der die Fed-Entscheidung prägen wird.
Die Deutungen dazu gehen weit auseinander. Finanzminister Scott Bessent nennt den Anleihemarkt inzwischen „fiebrig“ und kauft Anleihen zurück. Ein bekannter deutscher Fondsmanager schreibt, der nächste Crash komme vom Bondmarkt — dem Markt für Anleihen. Bloomberg nennt dieselben Zahlen eine Rückkehr zur Normalität. Und 59 Prozent heißen nüchtern gelesen weiterhin: In sechs von zehn Fällen kommt die Erhöhung, in vier von zehn nicht. Wer danach behauptet, an der Wahrscheinlichkeit sei etwas falsch gewesen, hat sie nicht verstanden. Beides kann passieren, nur mit unterschiedlicher Gewichtung.
„Eine gesunde Wirtschaft ist die Grundlage jeder Vermögensbildung. Und ein Zins von knapp fünf Prozent ist nur aus Sicht der jüngeren Vergangenheit eine Krise — wir kommen aus der Sondersituation von Null- und Negativzinsen. Davor waren vier bis fünf Prozent völlig normal.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
Der Satz „Good News are Bad News“ beschreibt einen Instinkt, keine Analyse. Kurzfristig mag er sogar stimmen, weil die Zinssenkung sich verschiebt. Langfristig ist er falsch: Eine Wirtschaft, die Arbeitsplätze schafft, ohne dass die Löhne davonlaufen, ist gesund — und Gesundheit ist die Grundlage jeder Rendite. Ob die Fed nächste Woche erhöht oder nicht, ändert für ein Depot, das auf Jahre und Jahrzehnte gebaut ist, durch diesen einen Termin nichts. Der wichtigste Satz der Woche kam vom Chef der New Yorker Fed: Die Zinsen steigen wegen einer starken Wirtschaft, getrieben von den Investitionen in KI und Rechenzentren. Das heißt: Der Zins steigt aus einer Position der Stärke — nicht aus Angst und nicht im Krisenmodus.
Der Joker sticht: Lärm fürs Depot, Munition für die Notenbank
In dieser Woche haben die USA und der Iran erneut Tanker der Gegenseite angegriffen, die Huthi-Miliz hat Anlagen in Saudi-Arabien getroffen. Brent-Öl notiert bei rund 99 Dollar, zeitweise darüber. Der europäische Gaspreis steht auf dem höchsten Stand seit Januar 2023, und der deutsche Gasspeicherverband warnt wegen niedriger Füllstände vor einem möglicherweise knappen Winter — keine Panikmache, eine Bestandsaufnahme. Seit Dienstag sind zudem Kanadas Gegenzölle gegen die USA in Kraft. Und in Sachsen-Anhalt hat eine Landtagswahl die politische Landkarte verschoben, was für ein Depot allerdings keine Rolle spielen sollte. Viel Unruhe in einer Woche — und dennoch nichts, was ein Anleger heute anders machen müsste als vor einer Woche.
Öl bleibt die Jokerkarte. Niemand kann wissen, wie dieser Konflikt ausgeht und vor allem wann. Für Anleger ist das Hintergrundrauschen: In den nächsten zehn Jahren wird es jede Woche etwas geben, das nicht optimal klingt — dabei ist „optimal“ ein Zustand, der noch nie erreicht wurde. Für die Notenbanken ist dasselbe Rauschen Munition, denn Öl und Gas sind eng mit der Inflation verbunden, und Inflation entwertet Vermögen. Deshalb ist es eher positiv, dass die Notenbanken trotz politischen Drucks die Zinsen oben halten: Es ist unangenehm, aber es stützt die Kaufkraft.
„Wenn Sie eine gute Aktie oder eine gute Anlage haben, dann ruft die nicht an, weil im Golf Raketen fliegen oder weil eine Wahl anders ausgeht als erwartet. Vielleicht sollte man wegen des Gaspreises den Heizungsstand mal prüfen — aber auf keinen Fall das Depot.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
Wer in den vergangenen Jahren sein Depot umgeschichtet hat, weil eine vermeintlich schlechte Nachricht in den Medien war, hat auf Dauer verloren — vielleicht nicht bei jedem einzelnen Versuch, aber die Kosten des ständigen Handelns und die Frage, wann man wieder einsteigt, führen über die Zeit zuverlässig zu Verlusten. Man baut ein Depot nicht um. Man baut es von vornherein robust: gestreut über Länder, Branchen und Anlageklassen, auch wenn das langweilig klingt.
Zahlt sich die KI endlich aus?
Zwei Jahre lang lautete die Frage: Wer bezahlt diesen KI-Aufbau eigentlich? Sie ist inzwischen beantwortet — mit sehr viel Fremdkapital und teils bemerkenswerten Strukturen, wie wir in den vergangenen Folgen besprochen haben. Jetzt kippt die Frage: Zahlt er sich aus? Den Anlass liefert ein Unternehmen, das kaum jemand auf dem Zettel hatte — Dell, der Kistenbauer: Umsatz plus 58 Prozent, Gewinn plus 203 Prozent, die KI-Server verdoppelt. Und die Volkswirtschaft dahinter: Die US-Wirtschaft wächst laut Frühschätzung im dritten Quartal mit 4,8 Prozent, die Ausrüstungsinvestitionen springen um 21,5 Prozent — bei kaum neuen Stellen. Das ist per Definition Produktivität: mehr herausbekommen, ohne wesentlich mehr hineinzustecken. Gleichzeitig schreiben Marktbeobachter zu Recht, die nächste Phase des KI-Booms könnte zur Bewährungsprobe werden; der Nasdaq ist seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 um rund 150 Prozent gestiegen.
Produktivität ist ein Wort, bei dem viele abschalten. Es ist trotzdem das wichtigste der Wirtschaft — und, bei aller berechtigten Kritik an manchem, was in Amerika geschieht: Produktivität können die Vereinigten Staaten nach wie vor, und Europa könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.
„Produktivität ist der einzige Weg, wie eine Gesellschaft dauerhaft reicher wird, ohne dass die Preise davonlaufen. Steigen die Löhne, weil jeder mehr schafft, ist das Wohlstand. Steigen sie, ohne dass Produktivität da ist, ist das Inflation — und wir werden ärmer.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
Deshalb ist die Frage, ob die KI Produktivität schafft, am Ende die Frage, ob dieser Boom Wohlstand schafft oder nur die Preise hochtreibt. Einzelne Quartalszahlen beantworten das nicht. Muster schon — und dieses Muster ist alt.
1987, 1900 und die J-Kurve
1987 sagte der Nobelpreisträger Robert Solow einen Satz, der bis heute nachhallt: Man sehe das Computerzeitalter überall — nur nicht in den Produktivitätszahlen. Acht Jahre später, um 1995, kam der Boom. Die Frage ist also nicht, ob die KI wirkt. Die Frage ist, wie lange Anleger und Märkte die Nerven behalten.
Das beste Bild dafür liefert die Elektrizität. Stellen Sie sich eine Fabrik um 1900 vor: eine Dampfmaschine im Keller, die über Wellen und Riemen alle Maschinen antreibt. Dann kommt der Elektromotor — und die Fabrikbesitzer stellen einen großen Elektromotor an dieselbe Stelle. Das Ergebnis: fast kein Gewinn an Produktivität, zwanzig Jahre lang. Der Sprung kam erst, als eine neue Generation die Fabrik neu dachte — kleine Motoren an jeder Maschine, angeordnet nach dem Arbeitsfluss, das Fließband. Nicht der Motor war die Revolution, die neu gedachte Fabrik war es. Genau dort stehen wir heute wieder: Die meisten Unternehmen stellen die KI in die alte Fabrik — ein Assistent hier, ein Chatbot da, während die Abläufe bleiben, wie sie waren. Das kostet Zeit und Geld und bringt zunächst kaum Produktivität, weil alle noch lernen.
Ökonomen nennen das die J-Kurve: erst Investitionen ohne sichtbaren Nutzen, dann — mit deutlicher Verzögerung — der Anstieg. Bei den Computern dauerte es von den frühen Achtzigern bis 1995, und in den Neunzigern galt lange „Computer bringen nichts“ als herrschende Meinung, bis das Internet kam und alles auf einmal brachte. Wer sich an die Jahrtausendwende erinnert, kennt auch das Beispiel Amazon: Verluste in dreistelliger Millionenhöhe, eine Bewertung, die kaum jemand verstehen konnte, zwischendurch ein tiefer Einbruch — und für alle, die durchgehalten haben, am Ende eine der besten Anlagen ihrer Generation.
„Geduld ist die Anlageklasse, die nichts kostet — und die trotzdem kaum jemand hat. Wir müssen das sehen wie ein Landwirt: Wir pflanzen jetzt etwas. Dann sieht man lange Zeit nichts unter dem Erdboden, und im Herbst kommt die Ernte. Nur kommt dieser Herbst nicht nach sechs Monaten, sondern kann einige Jahre dauern.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
Dass die Kurve dreht und nicht als „L“ unten liegen bleibt, dafür gibt es bereits harte Belege. In der bislang größten Feldstudie mit über 5.000 Kundenberatern — den Ökonomen Erik Brynjolfsson, Danielle Li und Lindsey Raymond — steigerte ein gezielt eingesetzter KI-Assistent die Produktivität im Durchschnitt um 14 Prozent, bei Einsteigern um 34 Prozent; bei erfahrenen Profis war der Effekt deutlich kleiner. Menschliche Kompetenz bleibt gefragt. Und genau das ist der Anfang einer J-Kurve: Sie wirkt zuerst dort, wo die Fabriken am ältesten sind.
Drei Fragen — und ein zweiter Blick ins Anleihedepot
Niemand kennt die Zukunft. Aber drei Fragen trennen eine Investition von einer Wette. Erstens: Verdient ein Unternehmen heute schon Geld mit KI — oder steckt in seinem Konzept vor allem Hoffnung? Zweitens: Woher kommt das Geld für die Investitionen — aus dem eigenen Cashflow oder von vornherein aus Schulden? Schulden sind ein Hebel in guten wie in schlechten Zeiten; in schlechten ruinieren sie schneller. Drittens: Bleibt am Ende Marge übrig, oder wird der Wettbewerb im Schweinezyklus so groß, dass niemand richtig Geld verdient?
„Wer diese drei Fragen zu einem Einzelunternehmen nicht beantworten kann, hat keine Investition, sondern eine Wette. Das ist Hoffnung. Hoffnung ist eine schöne Sache — aber nicht in der Anlagestrategie.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
Zur zweiten Frage gab es in dieser Woche eine Nachricht, die kaum Beachtung fand. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, und Anthropic, das hinter Claude steht, werden mit 852 beziehungsweise 965 Milliarden Dollar bewertet. Beide wollen nach ihren bevorstehenden Börsengängen möglichst sofort ein Top-Rating, um am Anleihemarkt Geld aufzunehmen — Anleihen sind Schulden, und der Anleihemarkt ist der Ort, an dem Pensionskassen, Versicherer und konservative Anleger kaufen, um Zinsen zu kassieren. Die großen Technologiekonzerne haben in diesem Jahr bereits 223 Milliarden Dollar an Anleihen ausgegeben, doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Damit landet das KI-Risiko dort, wo Anleger es nicht vermuten: im klassischen Anleihedepot, im Mischfonds, in der Lebensversicherung.
Die praktische Konsequenz: Die Arbeit ist gestiegen. Vor zwei Wochen haben wir den Fünf-Minuten-Test empfohlen — einmal die größten Positionen des eigenen Aktienfonds anzuschauen und zu prüfen, ob sich zwei Fonds im Depot doppeln. Dieser Test gilt jetzt auch für den Anleihefonds und den Mischfonds. In eine Lebensversicherung kann man nicht hineinsehen; man sollte aber wissen, dass sie unter Umständen eine vermeintlich sichere Anleihe eines KI-Unternehmens kauft, das sich hoch verschuldet. Das Etikett „sicher“ bekommen derzeit Unternehmen, die erst noch beweisen müssen, dass sie über die enormen Investitionen hinweg dauerhaft Geld verdienen — und das kann über Zeiträume von fünf Jahren und mehr zwischendurch ordentlich rumpeln.
„Ich sage nicht, dass es schiefgeht. Ich sage: Das Risiko wandert im Moment zusätzlich vom Aktienmarkt hin zu den Anleihen. Da ist es unsere Aufgabe als Vermögensverwalter hinzuschauen — damit man sich nicht mehr Risiko ins Depot holt, sondern mehr Stabilität.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
Zur ersten Frage — ob sich das alles auszahlt — gehört ein Satz zur Bewertung, damit niemand denkt, hier werde eine Blase beschrieben: Die Gewinne der 500 größten US-Unternehmen sind im zweiten Quartal um rund 25 Prozent gestiegen, bereinigt um Sondereffekte. Und das Verhältnis von Kurs zu Gewinnwachstum ist so günstig wie seit 30 Jahren nicht. Anders als 1999 zahlt man derzeit keinen Wahnsinnspreis für die Zukunft. Die Gewinne tragen diesen Markt; es ist nicht allein Fantasie. Genau das ist mit der J-Kurve gemeint: Die Technik reift, erste Gewinne sind da, die großen kommen erst noch — nur werden die Investitionen jetzt zusätzlich auf Schuldenbasis erhöht. Das ist kein Grund zu feiern. Es ist ein sehr guter Grund, investiert zu bleiben, statt zu glauben, man könne die Blase vorhersehen.
Drei Dinge zum Mitnehmen
1. Gute Nachrichten sind gute Nachrichten.
Eine starke Wirtschaft hält die Zinsen auf ihrem langfristigen Normalniveau — und trägt die Gewinne. Die Kursreaktion auf 162.000 neue Stellen ist ein Reflex; die Wirtschaft dahinter ist die Richtung.
2. Die KI zahlt sich aus — mit Verzögerung.
Wie die Elektrizität, wie der Computer: Solow 1987, Boom 1995. Wer die J-Kurve kennt, steigt in der Anfangsphase nicht aus, sondern macht sich bewusst, dass die Fahrt holprig werden kann.
3. Das Anleihedepot rückt in den Blick.
Mit 223 Milliarden Dollar Tech-Anleihen in einem Jahr wandert das KI-Risiko dorthin, wo es niemand vermutet. Kaufe ich Anleihen von jemandem, der sich gerade stark verschuldet — direkt oder indirekt über Fonds und Lebensversicherung? Auch hier gilt: streuen, über Branchen, die mit KI nichts zu tun haben. Man baut sich einen Schutzschirm — und spannt ihn auf, bevor es regnet.
Wie viel KI gehört ins Depot? Breit gestreut, auch innerhalb des Themas: Unternehmen mit Preissetzungsmacht — einem Burggraben —, die auch in schwierigen Zeiten Gewinne machen, dazu die Infrastruktur dahinter, Kupfer, Strom, Netze. Und der gesamte KI-Anteil sollte deutlich unter 50, besser unter 30 Prozent liegen. Es reicht, mit einem Teil des Vermögens dabei zu sein; es reicht nicht, mit dem gesamten Vermögen dabei zu sein, wenn der Einbruch kommt — das hat das Platzen der Technologieblase gezeigt. Entspannt investieren heißt nicht, nie ins Minus zu gehen. Es heißt: Aus 100.000 Euro werden einmal 85.000 — aber nie 40.000 und nie null. Wer das eingerichtet hat, kann die Geduld aufbringen, die Teile eines Depots brauchen.
„Irgendwie bist du als gestreuter Anleger immer der Loser: Geht die KI durch die Decke, jubeln die mit dem vollen KI-Depot; geht Gold hoch, jubeln die mit hundert Prozent Gold. Du kannst über zwanzig Jahre in jeder Jahresperiode der Verlierer sein — und du bist am Ende der Gewinner.“
Michael Arpe, HAC-Podcast „entspannt investieren", Folge 23
- Echte Diversifikation heißt: Man hat immer etwas im Depot, über das man sich ärgert. Das ist kein Fehler im System, sondern eingebaut — und es beruht auf einer Annahme, die wir teilen: Prognosen sind nicht treffsicher, vor allem nicht, wenn sie die Zukunft betreffen. Könnte man sie treffen, wäre die konzentrierte Wette immer der bessere Weg. Weil man es nicht kann, ist Streuung der bessere. Die kommenden Tage bringen Zinsentscheidungen und Inflationszahlen — die EZB am Donnerstag, den US-Verbraucherpreis-Index am Freitag, die Fed Mitte nächster Woche. Wir haben sie im Blick. Für die Depots, die wir verantworten, ändern sie nichts an der Richtung: Qualität statt Hype, Streuung statt Wette, Geduld statt Timing. Bleiben Sie entspannt.
Dieser Marktkommentar dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Stand der Daten: 9. September 2026; Quellen: Unternehmensberichte, öffentlich verfügbare Marktdaten, Brynjolfsson/Li/Raymond „Generative AI at Work“ (NBER/QJE), Gespräch in Folge 23 des Podcasts „entspannt investieren“.