Während der erste Mensch der Geschichte mutmaßlich in Kürze die Billionen-Grenze durchbricht, zeigt ein Blick auf die Anlageklassen: Solider Vermögensaufbau schlägt jede Wette auf einen Einzelnen.
von Tobias Gabriel & Michael Arpe
Elon Musk könnte der erste Mensch werden, der ein Vermögen von einer Billion Dollar besitzt. In einer einzelnen Lebenszeit, ganz ohne Erbe. Der Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach brauchte für dieses Szenario noch ein Buch voller Jahrhunderte und ein fantasievolles Erbschaftskonstrukt. Heute reichen offenbar genug Menschen, die bereit sind, einen Einzelnen auf diesen Thron zu heben. Der Börsengang von SpaceX wird zeigen, ob diese Bereitschaft Bestand hat. Doch für die allermeisten von uns ist die Frage eine andere: Wie bauen Sie Vermögen so auf, dass es Ihnen ein verlässliches Einkommen liefert, ohne auf das Schicksal eines Einzelnen zu setzen? Die Antwort liegt im Zusammenspiel verschiedener Anlageklassen.
Die Anlageklassen im Überblick
Immobilien bilden mit rund 400 Billionen US-Dollar die größte Anlageklasse der Welt. Das leuchtet ein: Es sind die Häuser, in denen alle Menschen leben. Aktien folgen mit 160 Billionen, Anleihen mit 140 Billionen. Gold steht bei 35 Billionen, Silber bei 5 Billionen. Und Bitcoin? Gerade einmal 1,3 Billionen. Das ist weniger als ein Dreihundertstel der Immobilien. Bei den Zahlen handelt es sich um schätzungsweise Annäherungen.
400 Bio. USD
160 Bio. USD
140 Bio. USD
Das Problem mit Anleihen
Anleihen gelten als sicher. Ein Staat wie Deutschland gibt eine Anleihe heraus, zahlt Ihnen jedes Jahr einen festen Zins und am Ende der Laufzeit Ihr Geld zurück. Das klingt verlässlich. Doch es gibt einen Haken: Steigen die Zinsen am Markt, fällt der Kurs Ihrer bestehenden Anleihe, weil neue Papiere attraktiver werden. Durch schwächer werdende Bonität, tendieren Käufer von Staatsanleihen dazu, in den letzten Jahren immer höhere Zinsen zu verlangen, wie z. B. in extremer Form in Frankreich und Großbritannien zu beobachten ist, aber auch in Deutschland. Hinzu kommt ein Strukturproblem. Die USA zahlen in diesem Jahr erstmals über eine Billion Dollar allein für den Zinsendienst auf ihre Staatsschulden. Das ist mehr als der gesamte Verteidigungshaushalt. Seit den achtziger Jahren sind die Zinsen gefallen. Dieser vierzigjährige Rückenwind tendenziell sinkender Zinsen dreht sich gerade um. Wer also Anleihen kauft, weil sie seit Jahrzehnten gute Eigenschaften hatten, fällt einem Rückschaufehler anheim.
Die Aktienmiete: Wachsende Einkommensströme
„Eine Aktie ruft nicht an, weil die Lampe kaputt ist oder weil Wasser im Keller ist."
— Michael Arpe im Podcast „Entspannt investieren“, Folge 9
Michael Arpe bringt es auf den Punkt: Dividendenaktien liefern Einkommensströme ohne den Ärger, den Immobilien mit sich bringen können. Es gibt weltweit rund 200 Unternehmen, die seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten jedes Jahr Dividende zahlen. Die älteste Dividendenaktie feiert gerade ihr zweihundertjähriges Jubiläum. Kein Staat der Welt hat das geschafft. Der entscheidende Unterschied zu Anleihen: Die Dividende wächst. Wer bei Procter & Gamble einsteigt, startet vielleicht mit 2,5 Prozent. Nach zehn Jahren können es 6 oder 7 Prozent sein, nach zwanzig Jahren 12 oder 13 Prozent.
Staatsanleihe
Fester Zins (z. B. 3 %)
Staat verschuldet sich
Kein Inflationsschutz
Dividendenaktie
Wachsend, z. B. 2,5 % → 13 %
Von Produktivkapital erwirtschaftet
Natürlicher Inflationsschutz
Produktives Kapital statt Schulden
Ein Staat, der Anleihen ausgibt, verschuldet sich. Ein Unternehmen, das Dividende zahlt, teilt Gewinne. Während eine Anleihe keinen Inflationsschutz bietet, partizipieren Aktien tendenziell an steigenden Preisen.
Schwankung ist kein Risiko
Viele Anleger setzen Kursschwankung mit Risiko gleich. Doch das sind zwei verschiedene Dinge. Ein echtes Risiko wäre es, Ihr Geld endgültig zu verlieren. Dass eine Aktie an einem Tag bei 100 steht, am nächsten bei 98 und zu Silvester bei 103, ist eine Eigenschaft des Systems – nicht zwingend ein Risiko.
Die Mischung macht es
Am Ende geht es nicht darum, sich für eine einzelne Anlageklasse zu entscheiden. Anleihen, Aktien, Immobilien, vielleicht Gold: Jede Anlageklasse reagiert auf andere Faktoren. Genau die Mischung aus verschiedenen Anlagen macht Ihr Portfolio robust.
Dieser Artikel basiert auf dem HAC Podcast „Entspannt investieren“, Folge 9 (5. Juni 2026). Er dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. HAC VermögensManagement AG, Hamburg.